Offener Brief, Stadt Bergisch Gladbach, Ehrennadel H.Hamann

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Offener Brief, Stadt Bergisch Gladbach, Ehrennadel H.Hamann

Beitragvon Andreas » 3. Aug 2016 17:19

Betr. Ehrennadel in Gold, Heide Hamann, ehemalige Leiterin Puppenpavillon Bensberg

Liebe Stadtväter der Stadt Bergisch Gladbach,
ich möchte mich, nachdem ich Ihnen ja bereits am 01.06.2016 eine Pressemitteilung zugeschickt habe, noch einmal ganz persönlich an Sie wenden.
In besagter Pressemitteilung habe ich geschrieben:

“In dem Verfahren werden Beweise nicht nur für die Hochstapelei und für ihre Mittäterschaft durch Mitwissen und Schweigen dargelegt, sondern auch dafür, dass Frau Hamann in mindestens einem Fall den Täter vor einer geplanten Anzeige gewarnt und somit nicht nur ihren eigenen Sohn und dessen Familie in Gefahr gebracht sondern den Täter auch aktiv unterstützt hat.“

Am Freitag, den 03.06.2016 wurde vor dem Amtsgericht Siegburg verhandelt. Wie wir ja angekündigt haben, haben wir bereits vor diesem Termin, per Schriftsatz ein Dokument vorgelegt, das eindeutig beweist, das Frau Hamann sich im März 1987 der Beihilfe nach § 27 STGB schuldig gemacht hat.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich sowohl Beweise, als auch Zeugen, bei denen nicht schon wie bei mir Verjährung eingetreten war, zusammengetragen, um den Serientäter der bei seiner späterenVerurteilung 2005 hundertfachen Kindesmissbrauch gestanden hat ,anzuzeigen und seinem Treiben ein Ende zu setzen. Ich selber habe nicht mehr in Darmstadt dem Tatort gewohnt, hatte meinen Namen geändert, und auch war zu diesem Zeitpunkt niemanden aus Darmstadt meine Adresse oder gar meine Telefonnummer bekannt.
Als meine Mutter, Heide Hamann, erfuhr, das ich ausreichend Beweise zusammengetragen hatte, und am nächsten Tag eine Anzeige machen wollte, hat sie den Täter angerufen, und diesen gewarnt, sowie meine Adresse und Telefonnummer weitergegeben. Dieses hatte zur Folge, das ich noch an diesem Tag per Telefon aufs schärfste bedroht wurde. Mir aber vor allem meinem 6 Monate alten ersten Sohn wurde mit Mord gedroht. Als ich am nächsten Morgen in den Stall ging, ich war zu der Zeit Schäfer, lag da ein Schaf mit durchgeschnittener Kehle. Das hat gereicht mich einzuschüchtern, und ich habe von meinem Vorhaben abgelassen, um die eigene Familie nicht in Gefahr zu bringen.

Frau Hamann hat ihr Anliegen, das von den Taten nichts öffentlich wird, wohl auch weil da wohl die Frage aufgetaucht wäre, was sie eigentlich all die Jahre gewusst hat, erreicht, indem sie den Täter gewarnt, und somit eine Anzeige verhindert hat. Hierdurch hat sie sich der Täterunterstützung und somit der Mittäterschaft schuldig gemacht. Was aber viel schwerer wiegt sie trägt damit die Hauptverantwortung für all diejenigen Jungs, die zwischen 1987 und 2000 noch zu Opfern des Serientäters wurden.

Vor Gericht, mit diesem Vorwurf konfrontiert, der ja nun mal unstrittig durch unseren Schriftsatz belegt war, sagte sie lediglich, sie habe Schuld auf sich geladen, und sie wisse überhaupt nicht wieso sie so gehandelt habe. Eine Studierte Sozialpädagogin, mit Abschluss von 1,1, da sprechen wir sozusagen von einer Fachfrau, die ihr eigenes Handeln nicht mehr zuordnen kann.

Da ich ganz klar belegen kann, das meine Mutter mich nachdem sie von den Taten erfahren hat, weiter zu dem Täter geschickt hat, gehe ich davon aus, das sie eine Anzeige verhindern wollte, um ihr eigenes Versagen zu decken. Wie es mir damit erging (ich bin von den Gewalttaten schwerst betroffen) und das es weitere Opfer geben würde, war ihr vollkommen egal.

In ihrer weiteren Beruflichen Laufbahn hat Heide Hamann sich immer gerne als Jugend- und Sozialarbeiterin, sowie als Vertreterin der schönen Künste dargestellt. Aus diesem Grund wurde ihr ja auch von der Stadt Bergisch Gladbach die Ehrennadel in Gold, für ihr besonderes Wirken in der Jugendarbeit, verliehen.

Für uns als Betroffene, und insbesondere für mich persönlich ist es unerträglich, das sich ein Mittäterin von solch schweren Gewalttaten an Kindern, heute noch ihrer besonderen Verdienste in der Jugend und Sozialarbeit rühmt. Und nachdem sie zunächst an eidesstatt behauptet hat, Ehrenbürger ihrer Stadt zu sein, hat sie noch im Gerichtsaal mit der Verleihungsurkunde, der Ehrennadel, rum gewedelt um die eigene Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Frei nach der Devise ich bin ausgezeichnet für mein Lebenswerk, für meine Jugendarbeit,ein Fehler ist mir unterlaufen, aber den wollen wir doch mal ganz schnell unter den Tisch kehren, und des weiteren Verklage ich jetzt meinen Sohn, um diesen zum Schweigen zu bringen.

Es geht hier nicht um Rache meinerseits, nur um Aufklärung, und dazu bedarf es, die Tatsachen zunächst auf den Tisch zu legen, und dann als Gesellschaft zu diskutieren wie wir damit umgehen.
Aus meiner Sicht kann es nicht sein, das gerade derartige schwere Gewalttaten gegen Kinder, und insbesondere die Rolle der Mittwisser, Täterunterstützer und Mittäter immer wieder unter den Tisch gekehrt werden.

War nicht auch Adolf Hitler so ziemlich in jeder Stadt Ehrenbürger, und welche Stadt führt ihn heute noch als solchen?

Für mich, und ich denke auch für viele andere Betroffene, ist die Ehrung, die ihre Stadt Heide Hamann verliehen hat, ungefähr so, als wenn ein KZarzt heute mit einer Ehrung für seine medizinischen Arbeiten geehrt wird.

Aus diesem Grund möchte ich sie gerne ganz persönlich bitten, zu prüfen in wieweit eine Aberkennung der Ehrung, Ehrennadel in Gold, verliehen von ihrer Stadt an Heide Hamann, in Erwägung gezogen werden sollte.

Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit, und stehe eventuellen Rückfragen gerne zur Verfügung,
mit freundlichen Grüßen

Andreas Ratz
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Re: Offener Brief, Stadt Bergisch Gladbach, Ehrennadel H.Hamann

Beitragvon Andreas » 5. Aug 2016 09:42

Hallo,
warum eigentlich offene Briefe? Aus meiner Sicht in erster Linie um eine öffentliche Diskusion zu entfachen, was geht in einer Gesellschaft, und was nicht. Aus diesem Grund habe ich diesen offenen Brief auch noch viel weiter verteilt, als die letzte Pressemitteilung ( bei dieser hatten wir über 10000 Leser). Facebook und co machen es möglich, Nachrichten und Meldungen auch ohne die Offizelle Presse weit zu verteilen. Dieses habe ich wie gesagt getan, und hoffe, das sich wenigstens einige wenige in eine offene Diskusion begeben. Von daher möchte ich an dieser Stell auch noch mal kund tun, das ich für Rückfragen gerne zur Verfügung stehe, (andreas ät das-schweigen-brechen.org)
viele Grüße
Andreas
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