Mein Weg der Heilung

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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 10. Nov 2015 18:41

Dienstag 10.11.15

Disfunktionale Verhaltensweisen!
Etwas. Was mir hier während der Therapie in der Psychotraumatologie in Krefeld klar geworden ist, dass ist die Bedeutung der disfunktionalen Verhaltensweisen in Verbindung mit PTBS. Grob vereinfacht kann man sagen, das darunter alles fällt, was einem kurzfristig Entspannung, Erleichterung und Vergessen beschert, aber einem mittel – und langfristig schadet.
Als erstes möchte ich da die üblichen Verdächtigen nennen: Alkohol und Drogen! Wenn man nur die Zahl der Alkohol und Drogentoten, die wir in Verbindung mit sexueller Gewalt zu beklagen haben, ermitteln könnten, dann wäre sehr vieles anders! Aber auch vermeintlich harmlose Drogen wie Tabak, Kaffee und Cannabis ruinieren immer wieder die Leben von uns Betroffenen.
Aber auch die Ernährung steht bei den disfunktionalen Verhaltensweisen ganz vorne. Ich beispielsweise habe immer zwei Tafeln Schokolade und eine Tüte Gummibärchen in meinem Nachttischschränkchen. Niemand, der mich kennt wird behaupten, das mein Bauch gesund sein kann. Wer mag kann ja mal googeln welche gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit Übergewicht aufgeführt werden... Aber selbstverständlich darf auch das andere Extrem nicht vergessen werden, Magersucht! Ich weiß von einem Menschen, der täglich mehrere Stunden Läuft und sich dabei nur von Salat, Honig und Leinsamen ernährt. Klingt erst mal Gesund, aber die Mangelerscheinungen waren bereits im Blutbild deutlich zu finden!
Disfunktional kann grundsätzlich alles sein! Wenn man mal von Alkohol und Drogen absieht, kommt es eigentlich nur auf die Dauer und die Dosierung an. Nehmen wir die von mir geliebten Chilischoten: Sie sind einer meiner sichersten Skills! Als einer der letzten Möglichkeiten aus einem Flash back raus zu kommen wirken sie bei mir eigentlich immer. Wenn ich aber wie ein bekloppter anfangen würde Chilischoten zu fressen, dann würde mir wohl die Magenschleimhaut weg fliegen!
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 11. Nov 2015 17:31

Mittwoch 11.11.15

Disfunktionale Verhaltensweisen, also Verhaltensweisen, die kurzfristig Erleichterung verschaffen, aber Langfristig schaden, stellen eine hohe Hürde auf dem Weg der Heilung da. Es gibt wohl Einzelfälle, bei denen trotz disfunktionalen Verhaltensweisen der Weg der Heilung beschritten werden konnte, aber im Regelfall wird man doch durch disfunktionale Verhaltensweisen immer wieder in alte Verhaltensmuster zurückgezerrt.
Ich selbst kann hier nur authentisch von meiner Alkoholabhängigkeit berichten, ich denke, vieles ist übertragbar. An dieser Stelle bin ich ein bisschen versucht als erstes eine Propagandaplatte aufzulegen wie schlimm doch der Alkohol ist – aber das hilft an dieser Stelle niemanden weiter. Es reicht vollkommen zu wissen, dass ich extrem unter meiner Alkoholabhängigkeit gelitten habe, und doch lange nicht davon los kam. Das Leiden, dass ich mit dem Alkohol betäubte, schien mir unendlich viel schlimmer als der Alkohol selbst.
Aber irgendwann dreht sich das Ganze und litt nur noch unter dem Alkohol. Ich brauchte aber doch noch zwei Jahre, bis ich dann endgültig den Alkohol hinter mich ließ. Entscheidend ist aber auch hier, dass man den ersten Schritt geht und dann einfach einen Schritt nach dem anderen. Wer aber glaubt, die harten disfunktionale Verhaltensweisen ohne professionelle / Selbsthilfe überwinden zu können, der handelt fahrlässig!
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 12. Nov 2015 19:51

Donnerstag 12.11.15

Funktionale Verhaltensweisen!
Wenn es disfunktionale gibt, dann muss es auch funktionale Verhaltensweisen geben. Und tatsächlich gibt es da eine Menge, doch ich denke es gilt als erstes etwas grundsätzliches zu verstehen: Der Raum mit den sechs Türen!
Noch einmal eine kurze Erklärung: Der Raum ist mein Kopf und das kleine Kerlchen darin, mit all seinen Aktenordnern ist mein Gehirn, für die Funktionalen Verhaltensweisen sind aber die sechs Türen von besonderer Bedeutung! Das was uns quält befindet sich in diesem Raum, versteckt in dem Ordner „streng geheim – nicht öffnen“ und vollkommen egal auf welche Weise wir gepeinigt werden, es gilt Reize von außen dagegen zu setzen. Außen meint in diesem Zusammenhang alles was nicht direkt aus dem Gehirn selbst kommt.
Über Dissoziation kann ich nur wenig bis gar nichts sagen, da ich unter diesem Symptom zwar vor 40 Jahren massiv litt, seit dem aber nicht mehr – und Gott gebe dass es so bleibt. Zu den Flash backs weiß ich aber einiges zu sagen. Zum Verständnis: traumatische Erinnerungen werde in den selben Hirn Arealen bearbeitet, wie gegenwärtige Sinneseindrücke! Während eines Flash backs rieche, schmecke und spüre und sehe ich was damals geschah und befinde mich doch in der Gegenwart!
Der Hippocampus, ein Teil vom Limbischen System, wird während eines Flash backs erneut überreizt, geschädigt und kann noch immer nicht vernünftig einordnen was ihm da serviert wird.
Wenn man aber einen starken Reiz von außen setzt, dann ist es möglich den Flash back zu beenden!
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 13. Nov 2015 19:28

Freitag 13.11.15

Heute hatte ich meine zweite EMDR und da ist so viel hochgekommen, dass ich heute keine Worte finde. Deswegen heute viel Heilung aber kein Beitrag!
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 14. Nov 2015 18:40

Samstag 14.11.15

Wäret den Anfängen!
Egal ob Flash back oder Dissoziation es gilt die Früherkennung zu schärfen. Nur in den seltensten Fällen fällt man ohne anzuklopfen mit der Tür ins Haus, in aller Regel kündigt man sich an! Auch wenn es 40 Jahre her ist, so glaube ich aus eigener Erfahrung sagen zu können, dass sich, so wie der Flash back, auch Dissoziation ankündigt. Oft hat man nur sehr wenig Zeit, um zu intervenieren, aber wenigstens ein paar Sekunden bleiben einem.
An dieser Stelle höre ich euch schon schreien: „Du hast ja keine Ahnung, da ist überhaupt keine Zeit, ich bin sofort und ohne Ankündigung weg...“ Ich sage: Falsch! Wer sofort weg ist, egal ob Flash back oder Dissoziation, der hat nur noch nicht gelernt die Signale Wahrzunehmen und zu deuten! Am Beispiel einer Rutsche möchte ich verdeutlichen was ich meine, bevor man mich für die Arroganz, die in meinem letzten Satz mitschwingt, steinigt.
Meine persönlichen Erfahrungen mit Dissoziation sind inzwischen 38 Jahre her, aber mit Flash backs kenne ich mich besser aus als mir lieb ist. Ich hatte bis heute keinen einzigen Flash back, der sich nicht angekündigt hätte. Die Gedanken kreisen und die Emotionen werden schwerer – sie scheinen in einander zu fließen und plötzlich sehe ich sein widerliches Genital vor mir...
Das ganze ist wie auf einer sehr großen Rutsche: Zu Beginn bewegt man sich langsam, kaum wahrnehmbar, dann wird die Rutsche steiler und es geht schneller bergab! Wenn ich am Anfang, mit nur geringem Kraftaufwand ein Abrutschen verhindern kann, so wird es mit jeder Sekunde die ich verstreifen lasse, immer schwerer, bis es fast unmöglich ist.
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 15. Nov 2015 19:19

Sonntag 15.11.15

Wenn wir auf der Rutsche sitzen und es langsam bergab geht, dann sollte es uns klar sein, dass es kein Spaß ist was da kommt, sondern uns auch heute noch Schaden zu fügt. Wir sollten also so viel Techniken wie nur irgend möglich beherrschen um Flashback und Dissoziation zu durchbrechen. Was man mit jeder Technik letztendlich tut, ist das Gehirn mit etwas anderem zu beschäftigen.
Man kann alle uns zur Verfügung stehenden Techniken grob in drei Bereiche einteilen: Techniken die das Gehirn selbst betreffen (z.B. Mathematikaufgaben lösen) , die die Sinnesorgane nutzen (z.B. Chilischoten lutschen) und Techniken die uns der Körper zur Verfügung stellt(z.B. Atemübungen)!
Weiter sollten wir die Techniken, die wir beherrschen ebenfalls grob in drei Bereiche einteilen: leicht. mittel und stark! Um noch mal auf das Bild mit der Rutsche zurückzukommen, wenn ich noch oben sitze brauche ich nur wenig Kraft, um nicht runter zu rutschen. Habe ich aber bereits volle Fahrt aufgenommen so kostet es doch erhebliche Anstrengungen wieder zu stoppen! Wenn ich bemerke, dass mein Gedankenkarussell startet, reagiere ich sofort mit Atemübungen, hilft das nicht, habe ich in der rechten Hosentasche Aroma Öle zum riechen und wenn das auch nichts Hilft greife ich in die linke Hosentasche um mir ein kleines Stück Chilischote in den Mund zu stecken. Würde ich die Chilischote gleich zu beginn nehmen, dann würde wohl rasch eine Gewöhnung einsetzen, so dass sie ihre Wirkung letztendlich verlieren würde.
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 16. Nov 2015 19:00

Montag 16.11.15

Mein Weg der Heilung
Heute gibt es den letzten täglichen Beitrag! Ich poste aber eigentlich zwei Beiträge hintereinander weg. Bei uns in der Ursprungsfamilie ist der Teufel los. So viel an dieser Stelle Ingo Wlazik ist nicht länger mein Bruder, ich verstoße ihn!

Entspannung
Ich habe dieses Thema bereits mehrfach angesprochen, halte es aber für extrem wichtig. Hintergrund ist der Hippocampus! Der Hippocampus, angesiedelt im Limbischen System, ist in unserem Zusammenhang entscheidend. Das was wir erlebt haben, ist so belastend, dass unser Gehirn es langfristig abspeichern musste, das Limbische System aber ist derart gestresst, dass es die Erinnerungen daran nicht vernünftig abspeichern konnte.
Der Anspannungslevel von Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (unter PTBS leiden die meisten Betroffenen mehr oder weniger stark) ist dauerhaft erhöht. Wenn man das weiß wird einem deutlich, warum Entspannung so wichtig ist. Was aber, soweit ich weiß, allen Entspannungsübungen gleich ist, man muss sie täglich machen.!
Wer glaubt, er könne ein bis zwei mal irgendeine Entspannungsübung machen um dann zu Behaupten, es wirke bei ihm nicht, der kann es auch gleich lassen. Körper und Gehirn müssen erst einmal auf Entspannung programmiert werden und das braucht seine Zeit. Es macht mehr Sinn täglich 5 Minuten zu entspannen als ein mal in der Woche eine halbe Stunde!

Dienstag 17.11.15

Seit 87 Tagen schreibe ich jetzt täglich einen Beitrag! Ich spüre in mir, dass es Zeit wird in einen wöchentlichen Turnus zu wechseln. Zum einem beginne ich mich zu wiederholen, zum anderen möchte ich grade Thematisch zusammen zu fassen, was ich hier gelernt, eingeübt und erfahren habe. Ich werde also ab sofort nur noch einen Beitrag am Sonntagnachmittag online stellen, in dem ich kurz berichte, wie es mir in der vergangenen Woche so ergangen ist. Eine gekürzte, bearbeitete Zusammenfassung meines Kliniktagebuchs „Mein Weg der Heilung“ ist ebenfalls geplant. Es wird also auch separate thematische Beiträge geben.
Ich brauche aber auch wieder mehr Zeit, um mich um die Aufarbeitung zu kümmern. In meiner Ursprungsfamilie passieren grade Dinge, die So ungeheuerlich sind, dass sie zwingend einer öffentlichen Aufarbeitung und klaren, begründeten Positionierung bedürfen, zumal sie beispielhaft sind für dass, was leider so unglaublich vielen von uns Betroffenen widerfährt.
Was bleibt mir an dieser Stelle noch zu sagen – ich bin ein bisschen wehmütig, hat es mir doch unglaublich viel Kraft gegeben, dass ihr alle, sowohl in den drei Facebook-Gruppen wie auf unserer Internetseite, jeden Tag für ein paar Minuten bei mir wart: Ich Danke euch!
Ich bleibe dabei: “mein Weg der Heilung“ ist das Schweigen zu brechen!
Euer Chr. Kolja Wlazik
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 22. Nov 2015 19:37

Sonntag 22.11,15

Ich habe lange überlegt, wie er aussehen soll, mein erster Wochenbeitrag – es gibt da grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten und es macht wenig Sinn sich dauerhaft auf eine festzulegen. Das einzige was es wohl nicht sein wird, ist eine Zusammenfassung der Woche!
Über die familiäre Aufarbeitung kann ich nichts schreiben, da die Prozesse grade so sehr im Fluss sind, das jede öffentliche Äußerung den Prozess, den nächsten Schritt behindern würde. So viel kann ich aber sagen, dass er im Augenblick den größten Teil meiner Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Wenn die Prozesse etwas weiter gediehen sind, dann werde ich sie, wie eigentlich alles, auch für die Öffentlichkeit aufbereiten!
Am Donnerstag war ich in Wiesbaden , um meine Aussage vor der Kommission zu machen. Hierzu schreibe ich einen eigenen Beitrag. Im öffentlichen Forum unserer Internetseite poste ich in ihn in den Beitrag: „Meine Aussage vor der Kommission“ und in die Facebook-Gruppen setze ich den Link, sowie ich damit fertig bin!
Am gestrigen Samstag habe ich meine zweite Akupunktur bekommen. Je 5 Nadeln in die Ohren! Die Akupunktur tut mir derart gut, dass ich noch ein wenig Zeit brauche, um die passenden Worte zu finden. Ich glaube aber bis zum nächsten Sonntag werde ich wohl ein ppar Sätze zu diesem Thema zu schreiben. Heute nur so viel, ich werde mir das wohl auch nach meinem Klinikaufenthalt privat noch einige male gönnen – aber darüber nächste Woche...
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 29. Nov 2015 20:17

Sonntag 29.11.15
Akupunktur, für mich eine vollkommen neue Art der Entspannung! Ja, so weit ist es mit mir gekommen, die piksen mich mit Nadeln und ich finde das auch noch schön. Wobei schön wohl der falsche Ausdruck ist, entspannend ist es. Ja entspannend und nicht nur weil der Schmerz nachlässt, der im übrigen völlig überbewertet wird. Man spürt es, dass kann man nicht leugnen, aber mehr als ein spüren ist es nicht!
Je fünf Nadeln in die Ohren, parallel Atemübungen und ich war auf eine Weise tiefen entspannt, wie ich es seit über 40 Jahren nicht mehr gewesen bin. Drei mal hab ich jetzt das Glück gehabt Akupunktur zu bekommen und ich hoffe sehr es vielleicht noch ein oder zwei mal mitnehmen zu können, bevor ich voraussichtlich am 16 Dezember entlassen werde.
Ich saß ganz still und atmete mit geschlossenen Augen. Die übliche CD mit Entspannungsgedudel plätscherte im Hintergrund vor sich hin. Eine ruhige Stimme kündigte die Nadeln an. Zwanzig – dreißig Sekunden später wich die Anspannung aus Armen und Beinen und die Ruhe breitete sich in meinem Körper aus. Dann Entspannten sich Muskeln, von denen ich nie wahrgenommen hatte, dass sie verspannt waren: Die Muskeln in meinem Kiefer! Die Entspannung tat in diesen Muskeln regelrecht weh und ich vermute, dass sie seit vierzig Jahren total verkrampft waren. Es scheint so, dass sie sich verkrampften, als sie verzweifelt versuchten Mund und Lippen verschlossen zu halten...
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Re: Mein Weg der Heilung

Beitragvon Kolja Wlazik » 17. Dez 2015 21:06

Mittwoch 16.12.15

Spiritualität! Über die Bedeutung von einem spirituell geprägtem Leben im Zusammenhang mit meinem Weg der Heilung habe ich bis heute noch kein Wort verloren. Ob und wie die Spiritualität oder die Religion für einen eine Option ist, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Für mich persönlich ist mein spirituelles Leben aber einer der wesentlichen Pfeiler auf die ich baue und die mir die Kraft gibt mein schweigen zu brechen!
Meditation ist Achtsamkeit in Reinkultur!
Achtsamkeitsbasierte Therapieformen gewinnen in der Behandlung von PTBS immer mehr an Bedeutung. Achtsamkeit meint, dass man sich vollkommen im hier und jetzt verankert. Wer mit seinen Gedanken zu größten Teil mit den Sorgen von Morgen beschäftigt ist, oder mit dem Grübeln über die Vergangenheit, der ist mit seinem Bewusstsein nicht in der Gegenwart und öffnet traumatischen Erinnerungen so mit Tür und Tor. Traumatische Erinnerungen aber dürfen nicht unseren Alltag bestimmen, vielmehr müssen sie zur rechten Zeit, am besten mit Hilfe eines erfahrenen Traumtherapeuten Be- und Verarbeitet werden.
Das Thema Spiritualität habe ich jetzt nur kurz gestreift, wer sich aber über meinen spirituellen Weg etwas genauer Informieren möchte, der kann das gerne hier tun:
Hare Krishna - http://iskcon.de/
Ich habe euch an meiner Zeit hier in der Psychotraumatologie in Krefeld teilhaben lassen, und ich danke euch, dass ihr mich begleitet habt. Wenn sich in Zukunft noch etwas wesentliches tut, ich beispielsweise eine ambulante Therapie beginne, dann schreibe ich wohl wieder einen Beitrag. Bis dahin habe ich noch so viel in meinem Kopf, das umgesetzt werden will, das ich mich auf ganz viel neues freue!
Bis dahin euer
Kolja Wlazik
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