Entschädigungszahlungen

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Entschädigungszahlungen

Beitragvon Andreas » 26. Jun 2015 15:23

Entschädigungszahlungen für Opfer.

Immer mal wieder taucht die Frage nach Entschädigungszahlungen auf. Auch sind dazu im Netz vergleiche zur Odenwaldschule hergestellt worden.

Zunächst muss festgestellt werden, die Elly und die Odenwaldschule sind nicht vergleichbar. Elly gleich Staatliche Schule, Odenwaldschule gleich Privatschule. Ich habe mich jetzt mal bei vertreten von Glasbrechen informiert, um etwas Klarheit zu schaffen.

Die Odenwaldschule hat keinerlei Mittel für Entschädigungszahlungen aus Öffentlichen Kassen erhalten.
In eine Stiftung sind Gelder vom Trägerverein der Odenwaldschule, sowie von der Vereinigung ehemaliger Schüler eingezahlt worden. Aus diesen Mitteln sind auch Zahlungen an Opfer geflossen.
Die immer wieder auftauchende Behauptung, das jeder Geschädigte der Odenwaldschule € 10.000,- erhalten hat ist falsch, dafür haben die vorhandenen Mittel bei weitem nicht ausgereicht.

Wir sollten es deshalb vielleicht vermeiden, immer wieder den Brückenschlag zur Odenwaldschule herzustellen, was Entschädigungszahlungen angeht.

Wenn in unserem Fall irgend wann Gelder an die Betroffenen fließen sollten, kommen die aller Voraussicht nach aus der Hessischen Staatskasse, sprich vom Kultusministerium. Das heißt, das zum heutigen Zeitpunkt eigentlich gar keine Aussagen zu Entschädigungszahlungen gemacht werden sollten.

Kultusminister Lorz hat die Aufklärungskomision berufen. Diese hat die Aufgabe zu ermitteln was geschehen ist, aber eben auch ob Versäumnisse von Behörden vorliegen.
Bevor die Kommission nicht zumindest einen ersten Zwischenbericht abgegeben hat, sollte aus meiner Sicht Finanzelle Spekulationen nicht gemacht werden.

Wenn aus dem ersten Zwischenbericht bereits eindeutig Behördenversagen hervorgeht, dann können wir als Betroffene uns Positionieren, eventuell auch schon mit Entschädigungsvoraderungen.

Die Kommission ist angehalten, in Ihrem endgültigen Abschlussbericht auch Empfehlungen auszusprechen, Wenn eine Empfehlung dann lautet, Opferentschädigung, dann können Betroffene klare Forderungen und Wünsche äußern, bestenfalls kann eine Demokratisch gewählte Vertretung aller Opfer dann mit dem Ministerium Verhandeln. Was dann sicher Zielführender wäre, als wenn jeder einzeln und alleine gekleckert kommt.

Möglich wäre auch das das Ministerium einen Fond einrichtet aus dem dann entschädigt wird, aber auch diesen gilt es dann zu Verhandeln.

Aus meiner Sicht sollten Finanzielle Spekulationen zumindest bis zum ersten Zwischenbericht zurück gestellt werden. Auch sollte nicht für Betroffene der Eindruck erweckt werden, Du erhältst irgend wann € 10.000,-

Andersrum sollten wir als Betroffene schon auf dem Schirm haben, wenn die Kommission bei Durcharbeitung des vorhandenen Materials zu dem Schluss kommt, das Behördenversagen vor gelegen hat, dann sollten wir auch den erlittenen Schaden klar machen. Und allen von uns ist erheblicher Schaden entstanden.

Mal so als Denkbeispiel,
Du fährst ein Auto, sagen wir mal nen gutes, so für € 75.000,- ein anderer verursacht einen Unfall, den er verschuldet, sagen wir mal er ist bei Rot über die Ampel gefahren. Der Unfall wird aufgenommen, und die Schuldfrage wird geprüft, war die Ampel wirklich Rot?
Wenn das eindeutig geklärt ist, ist es keine Frage mehr, die Versicherung der Gegenseite wird Dir dein Kaputtes Auto bezahlen, und wenn der Schaden 75.000,- ist, dann eben mit dieser Summe.

Warum sollte es nur mit Materiellen Schäden so sein, bei Autos sind auch hohe Entschädigungen üblich, und Normal. Opferentschädigung ist in Deutschland immer noch ein Thema wo mit viel zu geringen Summen agiert wird. Aus diesem Grund empfinden manche Betroffenen auch Entschädigungen von zb 5.000,- pro Nase ( wurde mal von der Kirche an Opfer bezahlt) als Beleidigung. Nach der jetzt praktizierten Opferentschädigung in unserem Land, muss davon ausgegangen werden das eine Entschädigungszahlung immer mehr Symbolischen Charakter hat, als das es den Tatsächlichen Schaden der entstanden ist ersetzt.

Ach wäre ich doch ein Auto. :P

Viele Grüße
Andreas
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Re: Entschädigungszahlungen

Beitragvon Andreas » 12. Feb 2016 10:52

New York, dieser Tage.
Ein Photograph klebt Stickers an Laternenmasten, dieses ist in NY verboten.
Die Polizei kommt, der “Täter“ wird nicht nur verprügelt, sondern auch noch 36 Stunden eingesperrt. Das Opfer der Polizeigewalt lässt sich das nicht gefallen, und nimmt sich einen Anwalt. Dieser Erklärt auf einer Pressekonferenz, er werde die Stadt New York, als Verantwortliche für die Polizei, auf 1 Millionen Schmerzensgeld verklagen.

Interessant: eine Trachtprügel und 1,5 Tage Freiheitsentzug = 1 Mio. Und es werden nicht die Polizisten verklagt, sondern der verantwortliche Dienstherr.

Übertragen auf uns: Millionen Entschädigungen gibt’s in den USA aber nicht bei uns. Der Dienstherr ist für das Handeln seiner Untergebenen verantwortlich zu machen. Aus meiner Sicht sollte er unabhängig von praktizierten Entschedigungszahlungen in unserem Land, mit dem Tatsächlich entstandenen Schaden konfrontiert werden.

In meinem Fall beläuft der sich sicherlich auf ein vielfaches von € 10.000,-

Wäre es nicht sinnvoll gemeinsam Entschedigungsvorderungen zu stellen?
Andreas
 
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