Der Prozess Heide Hamann./.Kolja Wlazik

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Der Prozess Heide Hamann./.Kolja Wlazik

Beitragvon Andreas » 6. Jun 2016 14:09

Hallo liebe Leute,
ich habe hier mal einen neuen Thread geöffnet, um den 250.000,- Eurothread nicht zu unübersichtlich werden zu lassen.

In diesem Thread möchte ich nicht einen Objektiven Prozessbericht abliefern. Ich werde versuchen wiederzugeben, wie es mir ganz persönlich in diesem Prozess ergangen ist. Da ich dieses sehr genau tun möchte, werde ich nicht alles in einen Beitrag schreiben, zu viel auf mal zu schreiben, und auch zum lesen wohl zu viel. Deshalb werde ich die nächsten Tage weitere Beiträge hier posten.

Also ich fang mal ganz vorne an.
Mit Zustellung des Beschlusses, hat unsere Arbeit begonnen, uns auf den Prozess vorzubereiten. Die letzte Woche vor dem Prozess, sehr intensiv. Das heisst 12 bis 16 Stunden am Tag, kein anderes Thema hatte mehr Platz, für meine Familie war ich im Prinzip nicht mehr ansprechbar.

Mittwochabend 20:00 Abfahrt Richtung Köln. Ich bin nachdem ich die ganze Woche nur 5 Stunden am Tag geschlafen habe,sehr langsam gefahren. In den Stunden auf der Autobahn habe ich alles in meinem Kopf noch mal sehr genau sortiert. Nachts um 3:00 war an weiterfahren nicht zu denken, abseits der Autobahn habe ich mein Zelt aufgebaut und einige Stunden geschlafen, um dann Morgens den Rest der Reise anzutreten. Nach der Ankunft bei Kolja, erst mal 2 Stunden entspannt. Dann an die Arbeit gegangen alles was Kolja erarbeitet hat, und das meine zu koordinieren, und die eigentliche Prozessstrategie auszuarbeiten. Um 1:30 ist alles fertig, Wir haben alles wenn auch in letzter Minute geschafft.
Eigentlich war ich nur noch erschöpft. Aber ich hatte noch einen echten Drang noch was ins Forum zu schreiben. Nicht viele Worte, aber doch ne Nachricht. Im Kopf waren immer wieder die Worte Venceremos, wir werden siegen. Obwohl mir klar war, das es wohl so verstanden werden muss, das sich diese Worte auf den Prozessausgang beziehen, was nicht der Fall war, habe ich sie veröffentlicht. Es war mehr so ein Gefühl von, wir werden nicht klein bei geben, wir werden alle legalen Mittel nutzen, um für unser Recht auf Aufklärung zu Kämpfen. Auch auf unser Recht die Täter von damals zu konfrontieren. Und eben auf unser Recht uns von niemanden wieder zum Schweigen bringen zu lassen.
Kolja hatte übrigens die Worte no passar im Kopf, an uns kommt ihr nicht vorbei, wir stehen fest und unerschütterlich für unsere Sache ein.

2:00 ins Bett, so zwischen 3:00 und 4:00 bin ich dann wohl auch eingeschlafen, um eine weiter sehr kurze Nacht zu begehen. Aber geschlafen habe ich sehr gut und tief, so das ich „ausgeschlafen“ die Nacht beenden konnte.


Wird fortgesetzt
Andreas
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Re: Der Prozess Heide Hamann./.Kolja Wlazik

Beitragvon Andreas » 7. Jun 2016 19:35

Freitag Morgen, ich erwache als Kolja mir nen Kaffe ans Bett bringt. Der erste Gedanke muss noch was getan werden? Ja, ein paar Dinge noch ausdrucken und duschen, also erst mal in Ruhe frühstücken, Zeit ist genug, dieser Tag beginnt stressfrei. Ich fühle mich keinesfalls gut, das wir heute diesen Prozess bestreiten müssen, den wir ja nicht angerührt haben, der aber eine weitere schwere Beschädigung für uns ist. Aber ich bin froh, endlich Show down, endlich das ganze beenden, endlich Ruhe und Frieden für uns und unsere Familien schaffen.

Zu viert fahren wir sehr rechtzeitig los. Und sind dann auch reichlich früh da. Ich mache mich noch über die viele Polizei lustig, die vor dem Gerichtsgebäude stehen, die sind alle wegen uns hier scherze ich. Sicherheitskontrolle am Eingang, schlimmer als auf dem Flughafen. Als ich erfahre, das wir nicht mal Getränke in Plastikflaschen mit rein nehmen dürfen, finde ich es schon übertrieben. Im Flur Bereitschaftspolizei. Als der Gerichtsaal öffnet, gehen gleich auch mehrere Polizisten in den Saal. Die sind wirklich wegen uns da, ich glaub es nicht, und werde es erst sehr viel später verstehen.

Die Richterin eröffnet die Verhandlung, dabei kommt heraus das sie unseren Schriftsatz, den wir extra noch vorab gemailt haben, nicht erhalten haben. Etwas seltsam die Gerichtspost. Uns wird klar, das wir jetzt alles noch sehr viel genauer erklären müssen, da die Richterin ja unsere Beweise noch nicht gelesen hat. Der Anwalt der Gegenseite, erklärt den Schriftsatz erhalten zu haben, und fängt das erste Theater an, die Form der Zustellung sei nicht korrekt. Ich erwidere Sinngemäß, das er froh sein kann, das er Vorab den Schriftsatz von mir erhalten hat, sonst hätt er ihn erst jetzt während der Verhandlung erhalten, und keinerlei Möglichkeit gehabt sich drauf vor zu bereiten.

Die Richterin erteilt der Antragstellerin das Wort, um ihren Standpunkt zu erläutern.
Es kommt viel Bla Bla, und dann der Satz, Sie die Antragstellerin könne zumindest einen Punkt aus dem Verfügungsantrag beweisen. HÄÄÄÄÄÄ, im Antrag stand alles was Kolja behauptet hat sei gelogen, und das könne sie auch beweisen. UND JETZT NOCH EIN PUNKT DEN SIE GLAUBT BEWEISEN ZU KÖNNEN.

In unserem Schriftsatz haben wir ein Dokument vorgelegt, das eindeutig beweist, das Heide Hamann den Täter als ich ihn anzeigen wollte gewarnt hat, was zur folge hatte, das ich so bedroht wurde, das ich damals aufgeben musste. Bald 100 weitere Jungs sind so Opfer geworden. Da der Beweis absolut eindeutig war, kam hier lügen nicht in Frage. In der uns bekannten Art, gesteht sie ihre Schuld ein. Zwei Sätze, da habe ich wohl einen schweren Fehler gemacht, ich kann mir selber nicht erklären wieso ich so gehandelt habe.
Jeder andere Mensch, wäre mit dieser Schuld einfach nur noch still gewesen, und hätte nicht noch angefangen den eigenen Sohn zu verklagen. Nicht Heide Hamann, sie geht sofort über in ihre immer angewandte Taktik der Verteidigung, des Lügens, und vor allem hervorzuheben was sie doch alles toll gemacht hat.

Unerträglich!!!

wird vortgesetzt
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Re: Der Prozess Heide Hamann./.Kolja Wlazik

Beitragvon Kolja Wlazik » 12. Jul 2016 01:06

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Aus rechtlichen Gründen sehe ich mich dazu gezwungen, mich von jeder Namensnennung von H.H. zu distanzieren!
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Wer den Weg der Wahrheit geht, der stolpert nicht
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Re: Der Prozess Heide Hamann./.Kolja Wlazik

Beitragvon Andreas » 2. Aug 2016 14:57

Hallo liebe Leute,
dieser Thread steht seit einiger Zeit still. Ich kriege es auch irgendwie nicht hin hier weiter zu schreiben.
Dieser Prozess ist mir schon ganz schön an die Nieren gegangen.
Da ist eine Prozesspartei, die hat im Prinzip gar nichts, baut die eigene Glaubwürdigkeit zunächst auf eine falsche eidesstattliche Versicherung auf, und die Behauptung, alle Punkte belegen zu können. Bei Prozessbeginn wird das reduziert auf, ich kann zumindest einen Punkt belegen. Und dieser Punkt wird dann mit einem Zitat aus den Tagebüchern belegt, das vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen war. Außerdem wurde es als Beweis zugelassen, nachdem festgestellt wurde, das sowohl der Besitz als auch die Verwendung illegal ist, was für ein Rechtsstaat, wo ein Richter entscheidet, illegale Beweise zu zu lassen, und diese ohne jegliche weitere Prüfung als Wahrheit zu akzeptiert. Traurig!! Mehr war da nicht auf Klägerseite.

Wir haben letztendlich mit einer Vielzahl von Mails unseren Standpunkt belegt. Wir haben an Hand von Dokumenten bewiesen, das Heide Hamann wiederholt den Täter geschützt hat und dessen Strafverfolgung verhindert hat, und somit dazu beigetragen hat, das noch viele Opfer wurden.

Das Gericht hat am Ende der Klägerin geglaubt, und uns “Opfern“ nicht. Das scheint in Deutschland üblich zu sein, hatte ich bei der Beweislage trotzdem für nicht möglich gehalten. Da wird am Ende dem Geglaubt, der den Prozess schon mit ner dicken Lüge begonnen hat. Und den Betroffenen wird nicht geglaubt , weil sie ja noch Kinder waren, und sich deshalb sicher nicht richtig erinnern können.

Liebe Frau Richterin, das war armselig, Sie haben keinen fairen Prozess geführt (uns wurde zb nicht ausreichend Zeit für einen Schriftsatz eingeräumt). Der von ihnen geführte Prozess, wobei geführt würde ich das noch nicht mal nennen wollen, so konnte ja jeder durcheinander reden wie er will, und selbst wenn sie einer Partei das Wort erteilt haben, bedeutete das ja nicht das geredet werden durfte ohne das die Gegenseite das Wort an sich zog. Ich habe den Prozess was diesen Bereich betrifft einfach nur als Chaotisch empfunden. Nicht zuletzt ist es diese Erfahrung, die dazu führte, das ich den Glauben an eine funktionierende Justiz verloren habe.

Ich habe fertig. Wozu weiter aufreiben?
DIE TÄTER UND MITTTÄTER WERDEN GESCHÜTZ; DIE BETROFFENEN WEITER BESCHÄDIGT. Und das ganze unter Zuhilfenahme der Gerichte.
Und wer sichs leisten kann geht durch alle Instanzen, wer nicht gibt auf.
Wir haben aufgeben müssen, Recht ist ne Frage wer es sich leisten kann, bei uns ist Ebbe in der Kasse, deshalb mussten wir Segel streichen, das tut schon weh. Vor allem, weil es gängige Praxis ist, und nicht etwa eine einzelne Fehlentscheidung einer recht jungen Richterin war.
Sind doch alle froh, wenn sie sich mit so hässlichen Themen nicht befassen müssen.

Ich werde diesen Thread hier schließen, ich habe dem wirklich nichts mehr hinzu zu fügen

Andreas
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